WESSLING zeichnet Mitarbeiter aus: 10.000 Euro Preisgeld für neue Ideen

Innovationskraft aus dem Arbeitsalltag

„Die besten und nachhaltigsten Innovationen entstehen, wenn ein Unternehmen jeden Prozess ständig auf den Prüfstand stellt“, sagt Florian Weßling. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können und sollen daher jederzeit neue Ideen im Arbeitsalltag entwickeln. Dieser Ansatz ist in unserer DNA fest verankert“, erklärt der geschäftsführende Gesellschafter von WESSLING. An 25 europäischen Standorten und in China arbeiten 1400 Beschäftigte daran, gemeinsam mit ihren Kunden die besten Lösungen zu finden, wenn es um hochwertige Laboranalytik und ingenieurtechnische Beratungsdienstleistungen geht.

WESSLING Innovation Award 2017
 
 
  
Strahlende Gesichter in der historischen Aula der Jagiellonen-Universität Krakau (v.l.): Unternehmensgründer Dr. Erwin Weßling, Prof. Wojciech Macyk, Aneta Chochorek, Geschäftsführerin WESSLING Polen, Preisträger Brian Patrick Morrison, Gesellschafterin Diana Weßling sowie die Preisträger Paul-Louis Curtaud, Dr. Peter Andersch, Dr. József Horgos und Maxime Lerbret

„Wir sind ein lernendes Unternehmen, in dem die Mitarbeiter täglich hoch motiviert unsere Prozesse, Produkte und Dienstleistungen verbessern“, beschreibt auch Dr. Erwin Weßling, Gründer des Familienunternehmens, auf welcher Grundlage Innovationen bei WESSLING entstehen können. „Jeder Mitarbeiter versteht sich als Lösungsfinder und hat dabei immer die Bedürfnisse unserer Kundinnen und Kunden im Blick. So tragen unsere Kollegen entscheidend zu unserem Erfolg bei.“ Um die Innovationskraft zu verstärken, geht das Unternehmen auch Kooperationen mit Universitäten und Fachhochschulen ein, beteiligt sich an Forschungs- und Entwicklungsprojekten und arbeitet in DIN- und Fachausschüssen mit. 

Sichtbaren Ausdruck hat diese Innovationskultur nun zum zehnten Mal im WESSLING Innovation Award gefunden, mit dem  Mitarbeiter aus Frankreich, Ungarn und Deutschland im polnischen Krakau ausgezeichnet wurden. Der Award wurde in diesem Jahr an einem symbolträchtigen Ort verliehen – im Collegium Maius der Jagiellonen-Universität, die 1364 als zweitälteste Hochschule Europas gegründet wurde und einen Schwerpunkt auf die Naturwissenschaften legt. Rund 30 Teams oder einzelne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter reichten ihre Ideen für den mit insgesamt 10.000 Euro dotierten Preis ein. „Wir haben 40 verschiedene Berufsgruppen im Unternehmen, davon sind die Hälfte Naturwissenschaftler und Ingenieure. Das führt dazu, dass viele der Gruppen, die am Award teilnehmen, interdisziplinär besetzt sind“, sagt Diana Weßling, Sprecherin der Gesellschafterfamilie. „Wir wagen also immer wieder den Blick über den Tellerrand und machen damit den entscheidenden Unterschied aus.“

Lebens- und Futtermittelproben effizienter vorbereiten

Ein gutes Beispiel dafür ist eines der Gewinnerteams. Die Qualitätsmanagerin Natalie Ganzauer und die Laboranten Brian Patrick Morrison und Julius Pollhäne vom WESSLING Standort Berlin haben gemeinsam eine neue Methode entwickelt, um Lebens- und Futtermittel effizienter zu analysieren. Nahrungsmittel werden zum Beispiel auf mehrere Hundert, zum Teil sehr instabile Pestizide geprüft. Dafür kühlen und zermahlen die Labormitarbeiter den Ausgangsstoff, um eine homogene Probe zu erhalten und später repräsentative Aussagen treffen zu können. Bisher verwendeten die Labore dafür festes Kohlendioxid – im Volksmund „Trockeneis“ –, das das Produkt auf circa minus 78 Grad Celsius kühlt. Das Berliner Team suchte nach Alternativen und probierte Flüssigstickstoff aus. In der sogenannten kryogenen Vermahlung können äußerst niedrige Temperaturen von minus 196 Grad Celsius erreicht werden. Durch diesen Schritt können nun besonders instabile schwefelhaltige Pestizide – die Dithiocarbamaten – erstmalig eindeutiger und schneller identifiziert werden. Das Verfahren ist so innovativ, dass das Unternehmen daran arbeitet, die Qualitätsleitlinien der EU-Kommission für die Pestizidanalytik in Lebens- und Futtermitteln mit diesem neuen Prozess zu ergänzen.

Bessere Lagerung für Medikamentenproben

Ein ganz anderes Thema hat sich Gewinner Dr. József Horgos auf die Fahnen geschrieben. Als so genannte „Sachkundige Person“ fällt ihm am Standort Ungarn eine besondere Aufgabe zu. Wenn WESSLING pharmazeutische Produkte für Unternehmen untersucht und für den Markt freigibt, müssen Referenzproben fachgerecht bis zu einem Jahr über das Ablaufdatum hinaus aufbewahrt werden. Im Schnitt sind das drei bis sechs Jahre, in denen Horgos dafür verantwortlich ist, dass die Medikamente jederzeit etwa bei Beanstandungen erneut geprüft werden können. Der Pharmazeut hatte dafür im Budapester Labor bisher nur Platz für rund 200 Proben, was bei weitem nicht ausreichte. József Horgos entwickelte daher einen speziell gesicherten Schrank, der auf Paletten in einem Hochregallager bei einem speziellen Dienstleister gestapelt werden kann – bei Bedarf können hier bis zu 2000 Paletten und damit rund 112.000 Proben eingelagert werden. Der Lagerraum erfüllt zudem sämtliche Vorgaben hinsichtlich Temperaturen und Luftfeuchtigkeit und ist nur für autorisierte Personen zugänglich. Und nicht zuletzt sinken auch die Lagerkosten, was wiederum auch den WESSLING Kunden zugute kommt.

Hard- und Software für mehr Sicherheit und Effizienz

Bei WESSLING Frankreich haben IT-Leiter Paul-Louis Curtaud und Softwareentwickler Maxime Lerbret ihr Wissen eingebracht, um Prüfkammer-Tests zu optimieren, die Emissionen von Baustoffen in Innenräume messen. Die Prüfungen finden in circa 50 Kammern statt, die rund um die Uhr für 28 Tage klar definierte klimatische Bedingungen aufweisen müssen. Bisher mussten die Labormitarbeiter ständig vor Ort sein, um Leuchtfeuchtigkeit und Temperatur zu überprüfen. Die beiden Award-Gewinner haben nun USB-Thermometer- und Hygrometer-Sensoren eingebaut, die drahtlos und über Fernbedienung von jedem Standort ausgelesen werden könnten. Die Sonden werden darüber hinaus im Netzwerk eingesetzt, was physische Computer und damit auch Platz und Kosten spart. Gleichzeitig bietet das System mehr Sicherheit, weil es keinen Datenverlust geben kann, wenn beispielsweise die Software auf einem Rechner beschädigt wäre. Zudem haben Paul-Louis Curtaud und Maxime Lerbret ein eigenes Programm entwickelt, das alle zehn Minuten automatisch die gemessenen Daten speichert.

Naturwissenschaftliches „Infotainment“

Die Arbeit von WESSLING ist oft komplex und damit auch nicht einfach weiterzuvermitteln. Wenn die Fachleute in der unternehmenseigenen Academy und auf zahlreichen externen Veranstaltungen ihre Expertise präsentieren, müssen sie deswegen oft weit ausholen. Dr. Peter Andersch, Technischer Leiter Laboratorien am Standort Münster, hat einen Weg gefunden, wissenschaftliche Zusammenhänge einfach zu präsentieren. Er führt in einem Fachvortrag auf amüsante und verständliche Form in komplexe Themen wie physikalische und chemische Wechselwirkungen ein und vergleicht dabei Generika und Originalarzneimittel. Dazu nutzt er eine Art Botschafter: Den „AnalyTiger“, ein Stofftier, das in der Präsentation für mehr Anschaulich- und Verständlichkeit sorgt. Für sein Konzept bekam Andersch eine lobende Anerkennung.

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